Berlin: Rote Hilfe Party 2019 brummte

Gelungene Welturaufführung: Der allseits beliebte Wobbly

16March2019_KvU-Berlin_Overall-Brigade_Rote-Hilfe_Tag-der-politischen-Gefangenen

Unterschriften für den in Bulgarien inhaftierten politischen Gefangenen Jock Palfreeman gesammelt

Es war ein ganz schöner Ritt mit eineme VW-Bus von Köln nach Berlin für nur einen Auftritt. Aber es hat sich gelohnt!

Ein aufmerksames, interessiertes und intelligentes Publikum hörte uns zu und hatte wohl auch eine Menge Spaß. Aber: Beim nächsten Mal wollen wir die Leute auch mitsingen hören und hin und wieder auch tanzen sehen! Das hat diesmal noch nicht geklappt, aber wir waren kurz davor.

Der Berliner Lokal-Matador Konny Kleinkunstpunk rockte dann die Bude. Sehr beeindruckend. Auch der Rapper Torkel T brachte nochmal einige Bewegung in den Laden, der wegen Überfüllung zahlreiche Leute leider abweisen musste.

Dank an Louis unseren Aushilfs-Bassisten, mit dem wir extra für den Auftritt geübt haben! Danke auch an Helge, der uns eingeladen hat!

Wir haben zwei Welturaufführungen gehabt: Der allseits beliebt Wobbly (The popular Wobbly) erstmals auf deutsch (Songtext hier) – hat gut geklappt! Kam an. Unsere Version des Zumwinkel-Lieds „Gieriges Schwein“ (Ernesto Schwarz) war allerdings noch steigerungsfähig.

Eule überraschend frei gelassen!

Wir wollten eigentlich Soli-Unterschriften für die inhaftierte anonyme Hambacher Forst-Aktivistin Anarchistische Eule sammeln und ihr schicken. Eula saß als „unbekannte Person Aachen 8“ in der JVA Köln-Ossendorf. Sie wurde am Tag zuvor überraschend frei gelassen (taz, 15.3.2019).

Ob es wohl daran lag, dass Elmar aus der Overall Brigade ihr am Mittwoch einen eresten Brief per Einschreiben geschickt hatte? Schön wär’s… Elmar schickte Eule zwei Overall Brigade-Songtexte (In den Kandiszuckerbergen + Der allseits beliebte Wobbly) und ersuchte um Kontaktaufnahme.

Solidarity with Jock Palfreeman! Long live the BPRA!

Statt für Eule haben wir in Berlin für den Australier Jock Palfreeman Unterschriften auf der Rückseite des Rote-Hilfe-Konzertplakates gesammelt. Jock wurde in Bulgarien zu 20 Jahren Gefängis verurteilt, weil er im Jahr 2007 bei einem Nazi-Überfall Zivilcourage gezeigt hat. Damals war er 21 Jahre alt.

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Jock eilte zwei Roma zu Hilfe, die von einem faschistischen Mob angegangen wurden. Als die Opfer flüchten konnten, richtete sich die Aggression auf Jock. Der verteidigte sich mit einem Messer gegen zahlreiche Angreifer.

Dabei starb ein Angreifer, dummerweise der Sohn eines bekannten Politikers, ein weiterer wurde schwer verletzt – ebenso schwer verletzt war Jock. Der Vater des Toten, Dr. Hristo Monov, war der Vize-Direktor der Kinderschutzbehörde und eng mit der Bulgarischen Sozialistischen Partei (BSP) verbunden. (Das klingt zunächst eigenartig: Aber die Nachfolgepartei der Bulgarischen Kommunistischen Partei koalierte 2013 dann auch mit der fremdenfeindlichen Ataka-Partei, sie gilt als extrem korrupt.)

Jock handelte ganz offensichtlich aus Notwehr, er ist unschuldig. Inzwischen hat er über 10 Jahre in Bulgarischen Gefängnissen verbüßt. Es ist Zeit, dass er freikommt.

Aber Jock war derweil nicht untätig: Er hat die Gefangenen-Organisation Bulgarian Prisoners Association (http://bpra.info/en/home/), die sich um Inhaftierte und ehemalige Inhaftierte kümmert. (BPRA auf facebook)

Wir werden das Plakat mit den Konzert-Unterschriften nach Bulgarien schicken, aber vorher mal die Bulgarische Botschaft kontaktieren:

  • Damit das Konzert-Plakat auch wirklich ankommt und nicht irgendwie verschwindet!
  • Damit Bulgarien erfährt, was wir von einem Land halten, das Recht und Gesetz auf solche Weise beugt – vor den Augen der Öffentlichkeit!

Jock Palfreeman muss jetzt raus!


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